Sie befinden sich hier:  Home

Klicken Sie hier, um über die aktuellen Veranstaltungen der Bundeslehranstalt Burg Warberg informiert zu werden.

            

Aktuelles für dezentrale Ölmühlen

Ethanol und BTL wachsen, Pflanzenöl und Biodiesel schrumpfen

Der Bundesverband Bioenergie BBE e.V., dem auch der BDOel angehört, meldet, dass das Deutsche BiomasseForschungsZentrum (DBFZ) und das Öko-Institut im Rahmen der IEA Task 40 eine Studie zur mittelfristigen Zukunft des deutschen Bioenergie-Marktes durchgeführt haben.

Das Deutsche BiomasseForschungsZentrum (DBFZ) und das Öko-Institut haben im Rahmen der IEA Task 40 eine Studie zur mittelfristigen Zukunft des deutschen Bioenergie-Marktes durchgeführt. Die Studie "IEA Bioenergy Task 40: Country Report Germany" prognostiziert bis zum Jahr 2020 eine Zunahme der Biomasse-Heizkraftwerke in Deutschland um nahezu 100%. Auch für den Biogasbereich und die Bioethanolproduktion werden deutliche Zuwächse vorhergesagt. Insgesamt wurden demnach laut der Studie im Jahr 2008 rund 858 PJ Bioenergie verbraucht.

Einsatzbereich der Bioenergie sei dabei momentan hauptsächlich die Strom- und Wärmeproduktion.

Im Bereich der Biokraftstoffe sei die Entwicklung differenziert zu betrachten. Die Bioethanol-Produktion werde sich von 0,64 Mio. Tonnen (2008) auf ca. 0,9 Mio. Tonnen (2020) steigen. Die gleiche Menge von 0,9 Mio. t bis 2020 prognostiziert die Studie für Bioethanol aus Zellulose. Rückgängig sei hingegen die Biodiesel-Produktion. In 2008 wurden noch etwa 2,7 Mio. Tonnen produziert. Bis 2020 soll die Produktionsmenge auf etwa 2,1 Mio. Tonnen jährlich zurückgehen. Weiterhin geht die Studie davon aus, dass bis 2020 auch 0,6 Mio. Tonnen BTL (Biomass-to-Liquid) produziert werden. Auch der Verbrauch und die Produktion von Pflanzenölen sei rückgängig (2008 noch 0,36 Mio. Tonnen). Insgesamt soll der Verbrauch von Biokraftstoffen von 3,7 Mio. t in 2008 auf etwa 5,4 Mio. Tonnen bis 2020 ansteigen.

Pflanzenöl wird jedoch auch zur Energieerzeugung im stationären Bereich eingesetzt und das zu über 70 Prozent in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. Aufgrund der hohen Preise von Pflanzenöl lassen sich die meisten Anlagen allerdings nicht mehr wirtschaftlich betreiben. Im letzten Jahr seien mehrere Pflanzenöl-Heizkraftwerke aufgrund von technischen und ökonomischen Problemen geschlossen worden. Insgesamt waren 2008 rund 1.400 Pflanzenöl-BHKW-Anlagen in Betrieb. Die elektrische Kapazität lag bei 310 MWel, ins Stromnetz wurden 1,9 TWh eingespeist. Die Studie geht davon aus, dass die Stromerzeugung aufgrund von weiteren Beschränkungen durch das EEG rückläufig sein wird, während die Wärmeerzeugung bei 2 TWh im Jahr stagniert.

Die Studie ist auf englisch verfasst und kann kostenlos unter www.bioenergytrade.og heruntergeladen werden.

Mehr als 150 dezentrale Ölmühlen stillgelegt

Mittels einer telefonischen Kurzumfrage im August 2009 wurden vom Technologie- und Förderzentrum (TFZ) Daten zur Produktionsauslastung und Saatverarbeitung, zum Absatz von Rapsölkraftstoff und Presskuchen sowie zur Markteinschätzung der dezentralen Ölmühlen in Deutschland erhoben. Von ca. 600 im Jahr 2007 existenten dezentralen Ölmühlen konnten 190 befragt werden. 

Wurden im Jahr 2007 von etwa 585 dezentralen Ölmühlen Pflanzenöle und Eiweißfuttermittel produziert, so waren nach Hochrechnungen im ersten Halbjahr 2009 nur noch ca. 434 Anlagen in Betrieb. Im Jahr 2008 wurden ca. 593.000 t Saat verarbeitet, was einem Produktionsrückgang von rund 40 % im Vergleich zum Jahr 2007 (983.000 t) entspricht.

Ein starker Rückgang beim Absatz von Rapsölprodukten zeichnete sich bereits zu Beginn des Jahres 2008 ab und veranlasste viele Betreiber zu zeitweisen Stilllegungen der Ölmühlen. Die Ergebnisse der Umfrage 2009 zeigen, dass zwischenzeitlich 2 % der Ölmühlen den Betrieb eingestellt haben und verkauft wurden, weitere 4 % der Ölmühlen langfristig stillgelegt wurden und etwa 19 % der Anlagen vorübergehend stillgelegt wurden, mit der Hoffnung, bei günstigeren Rahmenbedingungen die Produktion wieder aufnehmen zu können. Im ersten Halbjahr 2009 waren somit mehr als 150 von ehemals ca. 600 Ölmühlen stillgelegt. 

Etwa 71 % der Ölmühlen halten sich zumeist mit stark verminderten Produktionskapazitäten von durchschnittlich 40 % Auslastung in einer Art Durchhaltestrategie am Markt. Gründe dafür, dass die Ölmühlen nicht stillgelegt wurden, sind die Nachfrage nach Presskuchen als Eiweißfuttermittel - Hauptabsatzprodukt ist inzwischen Presskuchen und nicht mehr Rapsölkraftstoff - und die Produktion von Futter- oder Speiseölen sowie die Herstellung von Rapsölkraftstoff für den Eigenbedarf. Rapsöl wird, solange keine Vermarktung oder eigene Verwendung möglich ist, häufig zwischengelagert um die bestehende Presskuchennachfrage decken und zumindest diesen Absatzweg aufrechterhalten zu können. Der starke Rückgang der Nachfrage von Rapsölkraftstoff für Pkw und Lkw ist, nach Angabe der Ölmüller, auf die Höhe der Besteuerung von Rapsölkraftstoff, auf das gesunkene Preisniveau von fossilem Dieselkraftstoff und auf extreme Schwankungen der Marktpreise von Rapssaat und –öl zurück zu führen, wodurch eine Wettbewerbsfähigkeit von Rapsöl nicht mehr gegeben ist. 

Kunden, vor allem im Bereich der Spediteure und der privaten Pkw-Nutzer stellten wieder auf die Nutzung von fossilem Dieselkraftstoff um. Erschwerend kommt der Wegfall der Agrardiesel-Rückvergütungsgrenze im landwirtschaftlichen Sektor (Lohnunternehmer und Landwirte) hinzu, welcher eine weitere Verringerung des Rapsölabsatzes in der Landwirtschaft zur Folge hat. Dementsprechend bezeichneten mehr als drei Viertel der Befragten den derzeitigen Absatz von Rapsölkraftstoff als „sehr schlecht“. Im Vergleich zum Vorjahr lag diese Einschätzung bei weniger als 19 % vor und noch im Jahr 2007 war der überwiegende Teil (57 %) mit der Absatzeinschätzung „sehr gut“ bis „gut“ wesentlich zufriedener. 

Sehr viele Betreiber von dezentralen Ölmühlen, die sich auf die Produktion von Rapsölkraftstoff spezialisierten, fühlen sich von der Politik durch die beschlossene unflexible Besteuerung von reinen Biokraftstoffen im Stich gelassen und blicken sehr pessimistisch in die Zukunft. Auch die hohen Anforderungen der Biomassestrom- und Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung seien zumeist für dezentrale Ölgewinnungsanlagen nur mit hohem Aufwand zu erfüllen und zu dokumentieren. Ein Hoffnungsschimmer für allerdings nur wenige Ölmühlenbetreiber zeichnete sich durch ein geringfügig gesteigertes Interesse von Betreibern von Blockheizkraftwerken (BHKW) an heimischem Rapsöl ab. Hintergrund hierfür war die Angst der BHKW-Betreiber vor dem Wegfall des „NawaRo-Bonus“ beim Einsatz von importiertem, nicht zertifiziertem Pflanzenöl.

Stimmen der Abgeordneten zur Besteuerung

Dr. Christel Happach-Kasan,MdB

Die Steuern, nicht die Quote muss gesenkt werden!

Mit dem weiter fortwährenden Gezerre um die Biokraftstoffe macht sich die so genannte „Große Koalition“ lächerlich. Obwohl die Novelle die Bezeichnung "Gesetz zur Förderung der Biokraftstoffe" trägt, wird genau das Gegenteil betrieben: Die Bundesregierung schadet mit diesem Gesetz Landwirten und der gesamten Biokraftstoffbranche und führt die eigenen Klimaschutzziele ad absurdum. Den Schaden tragen neben der Biokraftstoffbranche und den Landwirten auch die Verbraucherinnen und Verbraucher, denen höhere Spritpreise drohen. Hier muss endlich Klarheit geschaffen werden. Die Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen für die Zukunft ist unerlässlich. Die Steuern auf Biokraftstoffe müssen gesenkt, nicht die Quote abgesenkt werden.

Christel Happach-Kasan, FDP

Stimmen der Abgeordneten zur Besteuerung

Dr. Axel Berg, MdB

Die Biokraftstoffbranche zu Grabe tragen – nicht mit mir!

Berlin, 18.06.2009. Zum heutigen Antrag auf Ablehnung des Einspruchs des Bundesrates zum Biokraftstoffquotenänderungsgesetz erklärt der stellvertretende energiepolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Axel Berg:

„Heute soll zum letzten Schlag gegen die Biokraftstoffbranche angesetzt werden. Der Bundestag soll heute mit einer Kanzlermehrheit das Ende einer Branche besiegeln, die wir in den Jahren zuvor mühsam mit großen Mengen an Fördergeldern aufgebaut haben. Wir hatten es geschafft, einen mittelständischen Wirtschaftzweig aufzubauen, der nicht nur ökonomisch wertvoll für Deutschland war, sondern auch noch ökologisch wertvoll.

Bei der letzten Abstimmung habe ich mich schon mit einer persönlichen Erklärung gegen das Biokraftstoffquotenänderungsgesetz ausgesprochen. Dort habe ich sämtliche Argumente für eine vernünftige Biokraftstoffpolitik aufgezählt. Unter anderem ging es auch um die Argumente, die der Bundesrat vorgebracht hat: Man kann die Quoten nicht jedes Jahr einmal hoch und dann wieder runter setzen. Das verhindert eine Planbarkeit und damit die Wirtschaftlichkeit für Produzenten von Biokraftstoffen. Zudem sind die Steuererhöhungen für Biokraftstoffe zu schnell in die Höhe gegangen. Diese Erhöhung hat schon einige Betriebe in die Insolvenz getrieben.

Wenn nun beides zusammenkommt, dann werden wir der Branche den Todesstoß versetzen. Das können wir weder aus ökonomischen, noch aus ökologischen Gesichtspunkten zulassen. Wir sollten die Einwände des Bundesrates berücksichtigen und uns eine stringente Biokraftstoffstrategie ausdenken, die sowohl auf Reinkraftstoffe als auch auf Beimischungsquoten setzt. Und dies natürlich nur mit einer vernünftig ausgestalteten Nachhaltigkeitszertifizierung.“

Dr. Axel Berg, SPD (Foto: Simoni)

Stimmen von Abgeordneten zur Besteuerung

Hans-Josef Fell, MdB

Entscheidung beim Biokraftstoffgesetz gefallen

Gestern Nachmittag hat der Bundestag den Einspruch des Bundesrats gegen das Biokraftstoffgesetz zurück gewiesen. Somit hat der Bundestag ein Gesetz verabschiedet, das eigentlich weder die Abgeordneten des Bundestages noch die Bundesländer wollten. Als Konsequenz wird der Anteil der Biokraftstoffe absenkt. Im Gegenzug wird der Erdölanteil erhöht. Zusätzliche 600.000 Tonnen Erdöl tragen nun zum weiteren Austoß von CO2 bei. Auch die von der Großen Koalition vorgesehene Senkung der Dieselsteuer im Agrarbereich (Stichwort Agrardiesel) in zwei Wochen wird den Biokraftstoffen schaden und den Erdölverbrauch erhöhen. Mit der steuerlichen Begünstigung des Erdöldiesels in der Landwirtschaft nehmen Union und SPD den Pflanzenölen die Chance, sich gegen Erdöl durchzusetzen. Ein Pflanzenöltraktorprogramm wäre die Grüne Alternative hierzu gewesen.

SPD und Union reden zwar von „weg vom Erdöl“, die SPD schreibt dies sogar in ihr Wahlprogramm, in Wirklichkeit verhindern sie aber die Alternativen zum Erdöl.

Hans-Josef Fell, Bündnis 90/ Die Grünen

Stimmen von Abgeordneten zur Besteuerung

Dr. Kirsten Tackmann, MdB

Die LINKE hat den Kurs zur Biokraftstoffpolitik der Bundesregierung abgelehnt. Die Beschlüsse zur schrittweisen Erhöhung der Kraftstoffsteuer für Pflanzenöl und Biodiesel verbunden mit der Einführung der Zwangsbeimischung waren und sind aus Sicht der LINKEN eine schwerwiegende politische Fehlentscheidung.

Erreicht wurde damit lediglich, dass regionale Verarbeitungsbetriebe in Deutschland aus dem Markt gedrängt wurden und das Geschäft mit regenerativen Treibstoffen den Mineralölkonzernen überlassen wird, die weltweit ihre Rohstoffe problemlos einkaufen können. Der nachfolgende Verfall der Preise für Raps hat neben den regionalen Agrokraftstofferzeugerbetrieben auch die regionale Landwirtschaft zu den Verlierern dieser verfehlten Politik gemacht.

Parallel zur Einführung der Zwangsbeimischung hat sich die Diskussion um die fatale Wirkung des nur aufgrund der hohen Beimischungszielstellung notwendigen Imports von Agrotreibstoffen aus so genannten Dritten Welt und den Schwellenländern verschärft. Der Verbrauch von Agrotreibstoffen in Deutschland und Europa trägt dazu bei, dass in den betroffenen Ländern Südamerikas oder Asiens ökologische und soziale Katastrophen verursacht werden, die mit diesem globalisierten Geschäft um Energie verbunden sind (Stichwort: Monokulturen, Landvertreibung, Agro-Gentechnik). Die von der Bundesregierung vorgelegte und inzwischen beschlossene Nachhaltigkeits-verordnung bleibt in diesem Zusammenhang ein zahnloser Tiger, weil soziale Kriterien fehlen und die Durchsetzbarkeit vor Ort  bezweiflet wird.

Die Fraktion DIE LINKE im Bundestag fordert eine grundlegende Überprüfung der deutschen und europäischen Biosprit-Ziele. Die überhöhten Quoten von zehn bis zwanzig Prozent gehen zu Lasten von Natur und Klima, weil sie sind nur durch hohe Importe zu erfüllen sind. Überprüfbare Nachhaltigkeitskriterien fehlen bisher. Notwendig ist aus unserer Sicht ein Importverbot für Agrotreibstoffe und die Beschränkung auf die Verarbeitung einheimisch angebauter Biomasse sowie die dezentrale Erzeugung und Nutzung der Agrotreibstoffe. In Deutschland muss die Bioenergie-Förderung konsequent auf Klimaschutzeffekte ausgerichtet werden www.linksfraktion.de zu finden.

Dr. Kristen Tackmann, DIE LNKE

Die Fraktion DIE LINKE. im Bundestag hat sich dafür eingesetzt, dass die Anreize für eine regional gebundene Biokraftstofferzeugung und -verbrauch erhalten bleiben. Das hätte die Beibehaltung der Steuerbefreiung z.B. für Pflanzenöl und Biodiesel bis mindestens 2009 bedeutet. Damit wären Arbeitsplätze in ländlichen Regionen gesichert worden. Die für den landwirtschaftlichen Eigenverbrauch erhalten gebliebene Steuerbefreiung von Pflanzenöl und Biodiesel reichte nicht zum Erhalt der geschaffenen Produktionskapazitäten und der geschaffenen Arbeitsplätze aus. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen wurde zudem relativiert, da unterdessen die Steuerrückvergütung für fossilen Agrardiesel erhöht wurde und damit der Preisabstand von Bio- und Agrardiesel für die Landwirtschaftsbetriebe vergrößert wurde. Die Gründe für die Erhöhung der Rückerstattung lagen zwar im Kontext der Wirtschaftskrise und sind als wirksame liquide Wirtschaftsförderung einzuordnen, die negative Wirkung auf den Eigenverbrauch von regenerativen Kraftstoffen bleibt jedoch erhalten. Förderungen für Biodiesel und Pflanzenöl wurden nicht adäquat erhöht.

Die LINKE hat in der Debatte um die Agrokrafstoffpolitik eigene Anträge in den Bundestag eingebracht, die jedoch mehrheitlich abgelehnt wurden. Weitere Ausführungen zum Thema sind zudem auf der Website

Stimmen von Abgeordneten zur Besteuerung

Josef Göppel, MdB

Gesetz zur Änderung der Förderung von Biokraftstoffen (Drs. 16/11131)

Erklärung desBundestagsabgeordneten Josef Göppel CSU zur Abstimmung nach § 31 der Geschäftsordnung des Bundestages 23. April 2009

 

Das europäische Parlament hat mit Beschluss vom 17. Dezember 2008 die Möglichkeit eröffnet, besonders CO2 sparende Kraftstoffe zu fördern. Die Erneuerbare-Energien-Richtlinie lässt in Artikel 2 (k) die Steuerbefreiung und –begünstigung als Förderinstrument der Mitgliedstaaten ausdrücklich zu.

Pflanzenöl aus deutschem Anbau erbringt eine CO2 – Minderung von 58 %, Biodiesel von 45 %. Beide Reinkraftstoffe liegen damit deutlich über der europäischen Nachhaltigkeitsgrenze von 35%. Mit dem Antrag „Klimafreundliche Biokraftstoffe stärken“ vom 12.2.2009 versuchte ich, den Einsatz von Pflanzenöl und Biodiesel im öffentlichen Nahverkehr steuerfrei zustellen, für den LKW- Güterverkehr einen Steuernachlaß von 50% des normalen Mineralölsteuersatzes zu erwirken und den Biotreibstoff E 10 (Beimischung von 10% Ethanol zu Ottokraftstoffen) für den Verkauf an öffentlichen Tankstellen zuzulassen.

Die Steuerbefreiung von Pflanzentreibstoffen im öffentlichen Nahverkehr würde einen verlässlichen Markt  bis zu 1,1 Milliarden Liter pro Jahr schaffen. Die Abgrenzung zu anderem öffentlichen und privaten Verkehr könnte zielgenau nach § 56 Energiesteuergesetz erfolgen. Die Kommunen würden durch diesen Schritt beim Klimaschutz unterstützt. Regionale Wirtschaftskreisläufe würden gestärkt.

Die Steuerbegünstigung des Speditionsgewerbes würde den Tanktourismus in das europäische Ausland eindämmen. Mindereinnahmen durch einen geringeren Steuersatz würden so durch Mehreinnahmen schnell ausgeglichen.

Nachdem all diese Vorschläge innerhalb der Koalition keine mehrheitliche Unterstützung fanden, kann ich dem Gesetzentwurf nicht zustimmen.

Der Gesetzentwurf verletzt nämlich auch den Vertrauensschutz der Bürger in den Staat. Die vollständige Steuerbefreiung für Reinkraftstoffe war in der 15. Legislaturperiode bis 2009 gesetzlich festgelegt worden. Durch das vorzeitige Einsetzen der Besteuerung ab 2006 wurden zahlreiche mittelständischen Unternehmen  in den Bankrott getrieben, die im Vertrauen auf eine klare gesetzliche Vorgabe investiert hatten. Das kann und will ich nicht hinnehmen.

Josef Göppel, CSU (Foto: Göppel) www.goeppel.de

 

Neue Ausgabe des Pflanzenölmagazins

Die neue Ausgabe des Pflanzenölmagazins ist ab sofort erhältlich. Der BDOel versorgt alle seine Mitglieder mit dem Fachmagazin Pflanzenöl. In der letzten Ausgabe liegtein Schwerpunkt im Bereich der Praxis auf neuen ölreichen Rapssorten. Im Bereich des enegretischen Nutzung werden Aussagen der wenigen Bundestagsabgeordneten zur veränderten Gesetzteslage bei der Eenrgiesteuer vorgestellt. Lesen Sie auch hier die aktuelle Ausgabe.

Rapsölkraftstoff zu Grenzkosten

„Was für ein Preis darf es sein?“ fragte René Kolbe, Geschäftsführer der Pahren Agrar GmbH&Co.KG in Bezug auf Rapsölkraftstoff und Rapspresskuchen. Hängt der Preis nicht vom Markt, von der globalen Entwicklung ab? Offensichtlich hat die Landwirtschaft doch mehr Spielräume, als man denkt und als sie selber erkennt.

Pahren Agrar Kooperation

Im Rahmen eines Vortrags im Rahmen der Ölmüllertage 2009 in Fulda stellte Kolbe, die Vorgehensweise des von ihm geleiteten Agrar-Unternehmens im Thüringischen Zeulenroda vor.In diesem Rahmen wird mit in der eigenständigen Velaro GmbH eine dezentrale Ölmühle betrieben. Dort wird der in der Kooperation erzeugte Raps, wie auch der von Dritten zugekaufte verarbeitet. Das Öl, als Kraftstoff,  wird dann inj der Kooperation verwertet und an Dritte verkauft. Der Presskuchen geht in die zur Kooperation gehörende Futtermisch-GmbH, die  den Kuchen dann sowohl an die ebenfalls zur Kooperation gehörenden Rindviehbetriebe, als auch an Dritte weiter verkauft. Die Milchleistung der 810 Kühe in den drei Kooperationsbetriebe liegt dabei jeweils über 10.000 l. Insgesamt verarbeitet die Ölmühle ca. 4.500 t Rapssaat zu etwa 2.900 t Rapskuchen. Davon werden  37 t im eigenen Blockheizkraftwerk und 120 t als Kraftstoff in den Landmaschinen der Kooperation genutzt (9 Schlepper, 1 Raupe und 2 Feldhäcksler).

Kraftstoffkosten bei eigener Rapssaat

Auf Basis einer Ausarbeitung des Thüringer Zentrums für Nachwachsende Rohstoffe hatte Kolbe ein Berechnungsmodell in Excel vorgestellt. Anders als bei der üblichen Deckungsbeitragsrechnung, fragt Kolbe den Landwirt, wie viel er bereit ist für den Kraftstoff Rapsöl oder den Rapskuchen als Eiweißfuttermittel zu zahlen? Im Ergebnis, nachdem die für das Pressen in der Ölmühle angefallenen Kosten abgezogen wurden, der Schlaglohn, zeigt sich, was er dann für seine Rapssaat erlöst hat. Nehmen wir ein Beispiel:  Der Landwirt möchte für seinen Kraftstoff nur 0,60 EUR/ l bezahlen. Für den Rapskuchen wird er 18 EUR/ dt erlösen. Im Ergebnis hat er einen Gegenwert von ca. 30 EUR/ dt Rapssaat erzielt. Ist er bereit 0,70 EUR/ l Kraftstoff zu bezahlen, erhöht sich sein Saaterlös auf 33,62 EUR. Dieses Ergebnis kann er in seine betriebswirtschaftliche Berechnung einfließen lassen. Zum Vergleich kann er leicht den Preis, den er für die Rapssaat am Markt erzielen kann, zu den am Markt zu zahlenden Treibstoffpreisen ins Verhältnis setzen.

Mit dieser Herangehensweise kann jeder Landwirt, der selber Raps anbaut, schnell selber erkennen, nicht nur ob sich das Fahren mit Pflanzenöl lohnt, sondern auch wie es sich lohnt. Im gleichen Zuge kann ein Landwirt ein Blockheizkraftwerk betreiben. Die Rentabilität ist schnell erkennbar. Durch die Einspeisvergütung und mgl. auch noch die Wärmenutzung, ist ein rentabler Betrieb nicht mehr von Rohölpreisen an den Börsen abhängig, sondern kann mit weitgehend konstanten Größen kalkuliert werden.Steuer und Zertifizierung.

Wie sieht es aber nun steuerlich aus?

Nimmt der Landwirt in vollem Umfang Öl und Presskuchen von der dienstleistenden Ölmühle zurück, zahlt er nur den Schlaglohn, der mit 19% MwSt. belegt wird. Will er nur einen Teil der verarbeiten Ware zurücknehmen, verkauft er den Anteil an Öl und Presskuchen an die Ölmühle mit 7% MwSt. Selbst wenn Ware und Dienstleistung verrechnet werden, muss diese Systematik eingehalten werden.Mühsamer ist es bei der Energiesteuer. Unabhängig davon, ob der Landwirt sowohl Eigentümer der Rapssat, als auch der Verarbeitungsprodukte Öl und Presskuchen ist, gilt die Ölmühle - nicht der Landwirt - im (Energie-)steuerlichen Sinne als der Eigentümer des Öls und wird als Urproduzent und „Inverkehrbringer“ angesehen. Damit ist die Ölmühle für die (Energie-)steuerlich korrekte Abwicklung verantwortlich, d.h. die Ölmühle hat bei Abgabe des Öls dafür zu sorgen, dass es als DIN V 51605-konformer Kraftstoff die Ölmühle verlässt. Ausnahme ist der eindeutig vom Kunden/ Landwirt festgelegte Bestimmungszweck z.B. als Speise- oder Futteröl.Auch müssen QS-zertifizierte Veredelungsbetriebe darauf achten, dass die Ölmühle, die im Lohn die Rapssaat verpresst, QS-zertifiziert ist, damit der Presskuchen oder auch das Futteröl QS-konform als Futtermittel zugelassen sind – auch wenn die Ölmühle nur gepresst hat.

Fazit

Das Praxisbeispiel der Pahren Agrar Kooperation zeigt, dass bei richtiger  Betrachtungsweise, der Einsatz von Rapsöl als Energieträger, als Kraftstoff und Futteröl sowie des Rapskuchens von jedem landwirtschaftlichen Betrieb der Raps anbaut – und das könnte in Deutschland jeder Betrieb mit Feldfrüchten sein – unter konstanten Bedingungen, nahezu unabhängig vom Weltmarkt, möglich ist. Dazu muss man nicht unbedingt Öl einkaufen, man lässt es pressen. Hier hat die Landwirtschaft noch Potential, dass sie nicht hinreichend nutzt.

Für die Ölmühle bedeutet Lohnpressung die Auslastung der vorhandenen Presskapazität zu verbessern. Was die Energiesteuer betrifft kennt der Ölmüller sich aus, die Umsatzsteuer ist geregelt. Hinweise zur Zertifizierung, zu vertraglichen Abstimmung beider Parteien und zu Annahme- und Abgabemodalitäten sowie zur Qualität finden Sie im Magazin “Pflanzenöl“ Ausgabe 3 aus 2008. Ebenso ist der Orginalbeitrag im Magazin "Pflanzenöl" Ausgabe 1 aus 2009 zu finden.

Neben der Biokraftstoffbranche nun auch die Milcherzeuger von der Energiesteuer betroffen

Das Agrarnachrichtenmagazin Top Agrar meldet auf seinem online-Portal am 09.03.09, dass der Niedergang der deutschen Ölmüller sich auch zunehmend negativ auf die Milcherzeugung auswirkt. So beklagte Fritz Jäger, Sprecher von Unternehmen Milch, dass Rapskuchen praktisch nicht mehr erhältlich sei. Die Versorgung mit heimischem Eiweißfutter sei somit akut bedroht. Die Verknappung bzw. der totale Ausfall von Rapskuchen sei eine direkte Folge der 2008 eingeführten Energiesteuer auf Pflanzenölkraftstoffe. Durch den Steueraufschlag habe Pflanzenölkraftstoff seine Wettbewerbsfähigkeit gegenüber mineralischen Kraftstoffen eingebüßt. Die Folge sei ein massiver Absatzeinbruch bei Pflanzenölkraftstoffen. Die rund 600 deutschen Ölmühlen stünden vor dem Ruin. Die Produktion von Pflanzenöl sei deutschlandweit zum Erliegen gekommen. Aus einem Kilo Rapssaatgut würden ein Drittel Öl und zwei Drittel Rapskuchen gewonnen. Ohne die heimische Ölproduktion fehlen 600 000 t Rapskuchen pro Jahr, der sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Eiweißlieferanten in der Milchviehfütterung entwickelte. Die Milcherzeuger befürchten nun zu Recht, dass dieser Ausfall ihre Abhängigkeit von Sojaimporten erhöht. Die Anbauflächen in Übersee für gentechnikfreies Soja wirdlaufend geringer.  Besonders fatal sei die Lage für Milchviehbetriebe, die ohne Gentechnik füttern wollen. Diese Betriebe sind in hohem Maß auf heimischen Rapskuchen angewiesen. Die Milcherzeuger forderten Bundesumweltminister Sigmar Gabriel in einem Schreiben auf, die verfehlte Biokraftstoffpolitik umgehend zu korrigieren und die Besteuerung der Pflanzenöle sofort auszusetzen.

Biokraftstoff in ZDF-Umwelt

In einer Sendung der Reihe ZDF-Umwelt berichtete das Zweiten Deutsche Fernsehen (ZDF) über die Probleme der Deutschen Biokraftstoffindustrie ausgelöst maßgeblich durch die Energiesteuer. Neben regionalen Biodieselproduzenten ist auch die dezentrale Ölmühle des BDOel-Mitgliedsbetriebes AGROservice GmbH &Co.KG. des Maschinenring Buchhofen im niederbayerischen Osterhofen im Focus des Beitrags.

Zum Beitrag kommen Sie hier.

600 Ölmühlen und 10.000 Arbeitsplätze in Gefahr

„In Deutschland sind bereits jetzt knapp 600 dezentrale, mittelständische Ölmühlen mit einer Verarbeitungskapazität von einer Millionen Tonnen Ölsaaten und 10 000 Arbeitsplätzen durch die Besteuerung akut in ihrer Existenz bedroht. Das Inkrafttreten der nächsten Steuerstufe mit 18 Cent pro Liter Pflanzenölkraftstoff bedeutet das Aus für die dezentralen Ölmühlen“, so Günter Hell, Vorsitzender des Bundesverbands dezentraler Ölmühlen (BDOel e.V.).

Biokraftstoff-Politik nicht nachvollziehbar

Inländisch erzeugte Pflanzenölkraftstoffe substituieren derzeit etwa 10% des Dieselkraftstoffverbrauchs bei gleichzeitiger Sicherstellung der inländischen Pflanzenölversorgung für Nahrungszwecke. „Die Produkte der Ölmühlen werden größtenteils auf regionalen Märkten im Umkreis von 50 km vermarktet und tragen somit dazu bei, dass Geld und Arbeitsplätze in der Region bleiben und tragen außerdem aktiv zu Klimaschutz und Versorgungssicherheit bei“, so Hell weiter. Mit größtem Unverständnis habe die Branche daher aus dem Zwischenbericht der Bundesregierung zur Steuerbegünstigung von Biokraft- und Bioheizstoffen 2008 vernommen, dass die vom BMF errechnete Überkompensation von 6,74 Cent als Basis für politische Entscheidungen diene, obwohl das BMF für die knapp 600 dezentralen Ölmühlen in Deutschland eine Unterkompensation von 20 Cent errechnet hätte. Die Produktions- und Kostenstrukturen der industriellen Ölmühlen können nicht auf die der dezentralen Ölmühlen übertragen werden und bedienen darüber hinaus ganz andere Märkte als die dezentralen Ölmühlen. Weiterhin bestehe in der seit dem Beginn der Flächenstillegungsverpflichtung 1993 entwickelten Branche Unverständnis darüber, dass in politischen Kreisen immer noch die Teller-Tank-Diskussion geführt werde. Diese sei im Falle von Raps und andern heimischen Ölpflanzen völlig deplaziert, weil Pflanzenölkraftstoffe Nebenprodukte aus der Gewinnung von hochwertigen Nahrungsmitteln und Proteinfuttermitteln für den heimischen Markt seien. Von jedem Hektar Raps werden nur etwa nur 0,35 – 0,4 Hektar tatsächlich für die Kraftstoffproduktion benötigt, die restliche Fläche stehe als heimische Proteinfutterkomponente zur Verfügung. Von Flächenkonkurrenz könne unter den inländischen Anbaubedingungen, die angesichts der Cross-Compliance-Auflagen also somit ohnehin nachhaltig seien, nicht die Rede sein. Raps werde in ressourcenschonender Fruchtfolge nachhaltig mit anderen Nahrungsmittelpflanzen angebaut und führe als Vorfrucht bei Winterweizen sogar zu Mehrerträgen von 30 Prozent.

Anspruch und Wirklichkeit des Klimaschutzes

Laut BMU konnten im Jahr 2007 durch den Einsatz von Biokraftstoffen 15 Mio. Tonnen CO2 eingespart werden. „Es ist daher geradezu absurd, das sich die Bundesregierung in den Medien einerseits damit brüstet, die CO2-Einsparungsziele übererfüllt zu haben und dem Klimaschutz ein Potential von 550.000 Arbeitsplätzen zu attestieren und gleichzeitig die dezentrale Ölmühlenwirtschaft als eine junge, leistungsfähige, mittelständische Branche, die nachweislich aktiv zum Klimaschutz beigetragen habe, durch die Energiesteuer aktiv kaputtzumachen. Billigung des Verschwindens einer mittelständischen BrancheIn seiner Erklärung hob Hell außerdem hervor, dass Biokraftstoffe in den Jahren vor der Besteuerung nicht nur einen enormen Investitionsschub im ländlichen Raum, sondern auch einen regelrechten Technologieschub in Deutschland bewirkt haben, durch den Biokraftstoffe effizient für den Klimaschutz und die Luftreinhaltung eingesetzt werden können. Diese Technologieführerschaft werde durch die Politik ignoriert und zunichte gemacht. Nicht zu verstehen sei ferner die unkritische Befürwortung von synthetischen Designerkraftstoffen seitens der Politik. „Durch die Produktion von synthetischen Kraftstoffen aus Biomasse wird nicht nur die Humusbilanz verschlechtert, sondern es entsteht als Abfallprodukt Glasasche, die allenfalls noch im Straßenbau verwendet werden kann.“ Pflanzenölkraftstoffe seien derzeit die einzigen verfügbaren und technisch einsetzbaren Alternativen zu fossilen Kraftstoffen und die Biomasse mit der höchsten Energiedichte. Auch angesichts der Teller-Tank-Diskussion sei das Engagement für Designerkraftstoffe nicht nachvollziehbar: Beim Anbau von Kurzumtriebsplantagen als Rohstoff für Designerkraftstoffe werde die Fläche der Nahrungsmittelproduktion über einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren komplett entzogen. Die Ernterückstände von Pflanzen, die für die Gewinnung von BtL angebaut werden, würden anders als bei Raps und weiteren heimischen Ölfrüchten nach der Ernte nicht in den Boden eingearbeitet und könnten demnach auch nicht zur lebenswichtigen Humusbildung beitragen.

Konkrete Forderungen

Die mittelstandsfeindliche Politik gegenüber den dezentralen Ölmühlen richte derzeit großen Schaden an. „Wenn die Branche überleben soll, muss die Energiesteuer auf Pflanzenöl und Biodiesel ausgesetzt und von der nationalen Politik eindeutig definiert werden, wie die EU-Vorgaben der Förderung von Biokraftstoffen aus dem Jahr 2003 konkret umgesetzt werden soll. Damit mehr Biokraftstoffe in der Land- und Forstwirtschaft eingesetzt werden, müssen diese Branchen einschließlich der kommunalen und Staatsforsten anstelle der jetzigen Praxis der Steuererstattung steuerfrei gestellt werden. Andere europäische Länder wie die Beneluxstaaten, Frankreich, Österreich und die Schweiz gehen mit gutem Beispiel voran“, so Günter Hell abschließend.

zur Pressemeldung

 

UFOP-Umfrage zum Raps- und Biodieselimage

Berlin, 2. Oktober 2008 (ufop) – Im Gegensatz zu Soja- und Palmöl als Rohstoff zur Herstellung von Biodiesel wird Rapsöl von Verbrauchern zwar deutlich positiver bewertet, jedoch blieb die öffentliche Diskussion zum Thema „Tank oder Teller“ nicht ganz ohne Konsequenzen für den heimischen Rohstoff. Mittlerweile bewertet ein Teil der Verbraucher auch die Verwendung von Biodiesel aus Rapsöl kritischer. Dennoch würden mehr als zwei Drittel der deutschen Autofahrer Biodiesel aus Raps tanken, wenn ihr Fahrzeug dazu technisch in der Lage wäre, so das Ergebnis von zwei bevölkerungsrepräsentativen Befragungen, die im Auftrag der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) durchgeführt wurden.

Im Verlauf der letzten Monate wurde die Biokraftstoffbranche in mehreren Wellen mit Kritik konfrontiert. Waren es zunächst in erster Linie technische Aspekte wie die E10-Diskussion, die auch auf den Biodiesel ausstrahlte, so steigerte sich die Kritik seit dem Frühjahr 2008 nochmals deutlich im Zusammenhang mit dem Thema "Food versus Fuel" bzw. „Teller oder Tank“. Um objektiv bewerten zu können, ob das Image von Biodiesel oder sogar von Raps als Rohstofflieferant durch die öffentliche Diskussion beschädigt wurde, hat die UFOP in zwei Runden eine repräsentative Meinungsumfrage durchgeführt. Die erste Befragungsrunde im Februar 2008 zeigte deutlich, dass die mediale Kritik bei den Endverbrauchern kaum angekommen ist. Der Rohstoff Raps bzw. Rapsöl wurde von fast allen Befragten überaus positiv wahrgenommen. Ein wesentlicher Indikator für die Überprüfung der Einstellung gegenüber Biodiesel war die Beantwortung der Frage, ob Biodiesel getankt würde, wenn das eigene Fahrzeug dies technisch erlauben würde. Im Februar antworteten über 77 Prozent der Befragten auf diese Frage mit „ja“. Die zweite Befragungsrunde im August 2008 fand in zeitlicher Nähe zu der intensiven medialen Präsenz des Themas „Teller oder Tank“ statt. So überrascht es nicht, dass die Auswertung zeigt, dass die Zahl der kritischen Aussagen zur Kraftstoffnutzung von Raps binnen sechs Monaten angestiegen ist. Dennoch bleibt die absolute Zahl der gegenüber Raps und Biodiesel kritisch eingestellten Verbraucher relativ gering. Noch immer würden 69 Prozent der Befragten Biodiesel tanken, wenn dies technisch möglich wäre. An die Biodiesel- und Mineralölbranche gerichtet, unterstreichen die Ergebnisse der Befragung aus Sicht der UFOP den Handlungsbedarf nach mehr Information und Transparenz der Rohstoffherkünfte für die Biodieselproduktion.

 

Rapsöl im Tank senkt Kraftstoffverbrauch

Mehr als 20 Cent Preisabstand erforderlich!

Das Internet-Portal auto-presse.de berichtet von einer Studie der Zeitschrift Verkehrsrundschau. Danach sind Vielfahrer mit Rapsöl im Tank ihrer Nutzfahrzeugen am günstigsten unterwegs. Keinen finanziellen Vorteil bringt z.B. V-Power. Dies hat ein großangelegter Vergleichstest der Zeitschrift "Verkehrsrundschau" ergeben. Dabei traten normaler Diesel, Bio-Diesel, Rapsöl und der Edel-Diesel V-Power gegeneinander an. Den Vergleich von Diesel, Bio-Diesel und V-Power erledigte ein Mercedes-Benz Actros 1844. Die Gegenüberstellung von Diesel und Rapsöl wurde in einem Iveco Stralis 450 absolviert.

Verbrauchssieger des Tests ist der Edel-Diesel V-Power, von dem der Actros rund 1,5 Liter auf 100 Kilometern weniger schluckt als vom herkömmlichen Diesel. Zudem steigerte der Kraftstoff mit höherer Oktan-Zahl spürbar die Motorleistung des Lkws. Einziger Haken ist der hohe Literpreis. Zurzeit kostet ein Liter V-Power rund 14 Cent mehr als ein Liter Diesel. Dies entspricht einer Differenz von mehr als zehn Prozent und kann die Verbrauchseinsparung von rund fünf Prozent nicht auffangen.

Ebenfalls recht verbrauchsarm und noch dazu günstig ist der Stralis mit Rapsöl unterwegs. Im Vergleich zum Diesel schluckt der Motor vom Rapsöl rund ein Prozent weniger Kraftstoff. Bei einem Preisvorteil von mehr als 20 Cent pro Liter gleichen sich sogar die häufiger anfallenden Wartungsarbeiten und der Umbau aus. 8 000 Euro zusätzliche Wartungskosten und 4 000 Euro Umrüstung stehen einer Ersparnis von 40 000 Euro bei einer Laufzeit von vier Jahren und einer Leistung von 600 000 Kilometern gegenüber.

zum vollständigen Beitrag

Fragen und Antworten zu Biokraftstoffen

Biokraftstoffe werden in der letzten Zeit heftig diskutiert. Dabei werden häufig außerordentlich komplexe Zusammenhänge in den Medien stark vereinfachend wiedergegeben und auf wenige überwiegend negative Schlagzeilen, wie „Biokraftstoffe forcieren den Hunger in der Welt“, „Biokraftstoffe verursachen die Rodung des Regenwalds“, „Biokraftstoffe führen zu steigenden Lebensmittelpreisen“, etc. reduziert. Von verschiedenen Seiten wird ein grundlegendes Überdenken der nationalen, europäischen und internationalen Biokraftstoffpolitik gefordert. Nur eine auf Fakten beruhende und differenzierte Betrachtungsweise der Risiken und Chancen der Biokraftstoffnutzung ist für weitere Entscheidungen dienlich. Mit dem Positionspapier „Biokraftstoffe – Fragen und Antworten“ leistet das Technologie- und Förderzentrum (TFZ), Straubing einen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion. Die Autoren Dr. Bernhard Widmann und Dr. Edgar Remmele ziehen das Fazit, dass ein maßvoller Einsatz von umweltverträglich und effizient produzierten Biokraftstoffen inländischer Herkunft, aber auch aus Importen, bei gleichzeitig deutlicher Senkung des Kraftstoffverbrauchs ein sinnvoller Beitrag zur künftigen  Energieversorgung und zum Klimaschutz ist.

Auch die europäische Vertretung der Bauern- und Genossenschaftsverbände in Brüssel, COPA und COGECA haben ein grundsätzliches Papier zum Thema sachliche Auseinandersetzung mit Biokraftstoffen erstellt.

Beide Papiere können – ganz oder in Teilen - als Argumentationshilfe der Ölmühlen gegenüber der durch Polemik und Stimmungsmache verunsicherten Öffentlichkeit dienen. Eins sachliche und differenzierte Auseinandersetzung ist hier nötig.

Mit Pflanzenöl-Technik im 24-Stunden-Einsatz

Pflanzenöl-BMW am Start

Zwischen lauten Porsche, BMW und Ferrari ging in diesem Jahr beim ADAC Zurich 24-Stunden-Rennen ein echter Exot auf den Asphalt der Nordschleife am Nürburgring. Nach einem Jahr Entwicklungsarbeit wurde durch das westfälische Rennsportteam Kleeschulte ein BMW E46 auf den umweltfreundlichen Treibstoff Pflanzenöl umgerüstet. Pflanzenöl in LKWs auf der Straße ist heute bewährte Technik. Aber der Härtetest im 24-Stunden-Einsatz mit moderner Common Rail Technik war eine neue Herausforderung, die mit Einfahrt in der Zielgraden weltweit erstmalig erfolgreich war.

Ein Jahr Entwicklungs- und Optimierungsarbeit zusammen mit spezialisierten Motortechnikern der Firmen agostec, mto-Motortechnik, Wolf Pflanzenöltechnik und KK-Automobile fanden an diesem Wochenende ihren Höhepunkt. Die Herausforderung war die auf Schwerlastverkehr ausgerichtete Technik den Hochleistungsanforderungen des Motorsports anzupassen. „Das haben wir erfolgreich geschafft. Unser 20-köpfiges Team  war in den letzten Wochen pausenlos im Dauereinsatz und bereits seit Dienstag am Nürburgring aktiv“ meint Bernd Kleeschulte. Kleeschulte, selbst Ölmühlenbetreiber aus dem westfälischen Büren und Vorstandsmitglied im BDOel e.V., ließ es sich nicht nehmen selber in dem vierköpfigen Fahrerteam aktiv zu sein.

Der durch das Team umgebaute BMW E46 basiert auf der modernen Commen Rail Dieseltechnologie.

Das Pflanzenöl hat das westfälische Team aus der eigenen Produktion in Büren im Kreis Paderborn in einem eigenen Tank mit an den Nürburgring gebracht. Auch dies ist ein Novum, denn es musste ein Platz nahe an der gut gesicherten Strecke extra für den Tank beantragt und genehmigt werden. Der gelbblaue BMW erregte durch sein auffälliges Design mit „Moritz – das westfälische Rapsöl“ Aufmerksamkeit. „Wir sind stolz darauf, dass wir in unserem Unternehmen zum einen Pflanzenöl für den Einsatz als Treibstoff produzieren. Zum anderen produzieren wir in einem separaten aber im Prinzip analogen Verfahren hochwertiges kaltgepresstes Rapsöl für die Ernährung“ ergänzt Bernd Kleeschulte seine Ausführungen. Den Rohstoff Raps sowohl für Treibstoff als auch für die Ernährung zu nutzen steht in keinem Gegensatz, denn in Deutschland wird genug Raps produziert, um den Bedarf für beide Anwendungen zu decken. Und die Landwirtschaft passt sich den Marktanforderungen an, so dass auch in Zukunft genügend Raps von den goldgelben Feldern geerntet werden kann.

 

Hessisches Finanzgericht schaltet wegen der Besteuerung von Biokraftstoffen den Europäischen Gerichtshof ein

Hersteller von Mischungen aus Biokraftstoffen und herkömmlichen Kraftstoffen klagt gegen die derzeitige Regelung

Nachricht vom 19.05.2008

 

Der Pressedienst des Hessischen Finanzgerichtes gemeldet, dass das Hessische Finanzgericht im Rahmen eines sog. Vorabentscheidungsersuchens den Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften (EuGH) wegen der seit dem 1.1.2007 geltenden Rechtslage zur Besteuerung von Pflanzenöl als Biokraftstoff nach dem Energiesteuergesetz angerufen. Dabei geht es um die volle Besteuerung dieses Biokraftstoffanteils in so genannten gemischten Erzeugnissen. Das sind Kraftstoffe, die zum einen aus Pflanzenöl als Biokraftstoff und zum anderen aus herkömmlichem Dieselkraftstoff und Additiven bestehen.

Beim Hessischen Finanzgericht klagt derzeit ein Hersteller, der einen - hier im Streit stehenden - gemischten Kraftstoff für Dieselmotoren aller Art entwickelt hat. Das Unternehmen wehrt sich dagegen, dass durch das Biokraftstoffquotengesetz aus dem Dezember 2006 die bisherige Steuerentlastung für den Pflanzenölanteil in dem gemischten Kraftstoff ab 1.1.2007 abgeschafft wurde.

Der 7. Senat des Hessischen Finanzgerichts fragt in seinem Beschluss vom 8.5.2008 beim EuGH an, ob die entsprechende europäische Richtlinie, mit der die Verwendung von Biokraftstoffen gefördert werden soll, der vollen Besteuerung des beigemischten Pflanzenölkraftstoffanteils in Deutschland entgegensteht. Die Kasseler Richter fragen den EuGH auch, ob nicht der deutschen Regelung ab 1.1.2007 der gemeinschaftsrechtliche Grundsatz der Rechtssicherheit und des Vertrauensschutzes entgegensteht.

Denn der deutsche Gesetzgeber dürfe nur bei Vorliegen ganz außergewöhnlicher Umstände das zur Umsetzung der europäischen Richtlinie geschaffene steuerliche Fördersystem während des zunächst festgeschriebenen Zeitraumes ändern.

Pressemitteilung des Hessischen Finanzgerichtes zum Download

Merkel bekräftigt Biokraftstoffziele der Bundesregierung

BDOel begrüßt Festhalten der Kanzlerin an  Biokraftstoffzielen

Günter Hell, Vorsitzender des Bundesverbandes Dezentraler Ölmühlen (BDOel) e.V. hat das Bekenntnis der Bundeskanzlerin zu den Biokraftstoffzielen der Bundesregierung erfreut aufgenommen „Nach all den undifferenzierten, teilweise polemischen Darstellungen in den Medien und auch aus der Politik, sorgt das Bekenntnis der Kanzlerin für ein wenig Stabilisierung in der Branche. Auch die Aussage der FAO, dass aufgrund des weltweit geringen Anbauanteils die Biokraftstoffe nicht ursächlich für den Anstieg der Lebensmittelpreise verantwortlich gemacht werden können, sorgt hoffentlich für eine Versachlichung der Diskussion “. Der Vorschlag von Landwirtschaftsminister Seehofer, dass die bisher stillgelegten Flächen in der Europäischen Union in Produktion genommen werden sollten, unterstütze dies ebenfalls.  Fakt sei, so Hell, dass Biokraftstoffe aus Deutschland in jedem Fall zur CO2-Minderung, zur Versorgungssicherheit, zur Schaffung und zum Erhalt von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum und besonders bei mittelständisch-dezentraler Energieerzeugung zur Stabilisierung regionaler Wirtschaftskreisläufe beitragen würden. „Rapsöl aus Deutschland ist ein hervorragender Kraftstoff, der in umgerüsteten Dieselmotoren und den ersten Serienpflanzenölmotoren einwandfrei funktioniert. Rapsöl aus Deutschland ist auch eine bestmöglicher Rohstoff für die Produktion von Biodiesel (Raps-Methyl-Ester RME)“, so Hell. „Deutsches Rapsöl wird nachweisbar nachhaltig  angebaut und verarbeitet. Daher verdienen Rapsölkraftstoff und Biodiesel die seit langem geforderte Steuerfreistellung als Reinkraftstoffe.“ Die Klimaschutzziele seien vorrangig mit Reinkraftstoffen zu erreichen. Eine Beimischung von Biodiesel aus Deutschland unterstütze diese Ziele entsprechend. Nachdem der TÜV Süd sich deutlich von den Aussagen zu einer möglichen mangelhaften Eignung der B7-Kraftstoffe für Dieselmotoren distanziert hat, die ihm in der Bild-Zeitung zugeschrieben wurden, könne die Beimischung über B7-Kraftstoffe umgesetzt werden.

 

 

 

BDOel-Vorsitzender Hell bedauert Aussagen der CSU-Generalsekretärin

Günter Hell schreibt an Staatsminister Josef Miller

In seinem Schreiben an den bayerischen Agrarminister Miller bedauert Günter Hell, Vorsitzender des BDOel, die undifferenzierte Argumentation der CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer zugunsten der Weiternutzung vorhandener Atomanlagen. Dabei gehe es dem BDOel nicht um ein Pro oder Contra Atomenergie, sondern vielmehr darum, dass es besonders verwundert, wenn ausgerechnet die bayerische Regierungspartei die undifferenzierte Diskussion um Biokraftstoffe aus "Nahrungsmitteln" zur Stimmungsmache für die Kernenrgie verwendet. Letztendlich wirtschaftet das Gros der Dezentralen Ölmühlen in Bayern und die Bioenergiepolitik des Freistaates hat sich bislang als umsichtig gezeigt hat.

Schreiben an Staatsminister Miller

Agrarministerkonferenz: Unterkompensation bei Biokraftstoffen macht Steuerentlastung erforderlich

Frühjahrstagung der Agrarministerkonferenz in Nimbschen

Am 11. April 2008 fasste die Agrarministerkonferenz (AMK), an der die Minister und Senatoren der Agrarressorts der Länder teilnehmen, unter TOP 27 u.a. den Beschluß, dass aufgrund der festgestellten Unterkompensation bei der Besteuerung von Biokraftstoffen, die Bundesregierung kurzfristig Maßnahmen zur Verbesserung der Situation der deutschen Biokraftstoffhersteller ergreifen solle. Hierzu wird auch auf einen entsprechenden Beschluß des Bundesrates vom 15. Februar 2008 verwiesen. Die Bundesregierung wird weiterhin aufgefordert zu berichten, wie das Problem von subventionierten Import-Biokraftstoffen zu lösen sei. Die AMK fordert die Bundesregierung weiterhin auf, möglichst schnell nur noch die Verwendung nachhaltig erzeugter Biokraftstoffe sicherzustellen, auch wenn die Notifizierung der Nachhaltigkeitsverordnung  ausgesetzt sei. Abschließend wird auch die Steuerentlastung für forstliche Arbeiten in allen Waldbesitzarten (d.h. auch Staatsforst) sowie im öffentlichen Personennahverkehr, im Schienenpersonennahverkehr und auch im Taxigewerbe vorgeschlagen.

Die AMK folgt damit den Vorschlägen, die der BDOel in allen Gesprächen auf Bundes- und Landesebene vorgetragen hat.

EU-Kommision: Kein Anstieg der Lebensmittelpreise durch Biokraftstoff aus Europa

Die zunehmende Nutzung von Biotreibstoffen trägt nach Ansicht der EU-Kommission nicht zum globalen Preisanstieg bei Grundnahrungsmitteln bei. Die EU-Umweltminister haben am Wochenende das Ziel bekräftigt, bis 2020 einen Biokraftstoff-Anteil von zehn Prozent am gesamten Treibstoffverbrauch zu erreichen, so die Nachrichtenagentur Reuters.

Gleichzeitig wolle man strenge Kriterien, damit die steigende Biosprit-Nachfrage nicht die Umwelt belaste oder den Anbau von Nahrungsmitteln verdränge, heißt es in dem Bericht. EU-Kommissionssprecher Michael Mann habe darauf hingewiesen, dass in der EU nur zwei Prozent der Getreideproduktion auf Bioethanol oder -diesel entfallen.

Die Subventionen von 90 Millionen Euro jährlich dafür sollen nach einem Vorschlag von Fischer-Boel abgeschafft werden, weil der Markt nun da sei, so die Financial Times. Wichtige Gründe für den Preisanstieg bei Lebensmitteln seien Missernten in den vergangenen Jahren und die wachsende Lebensmittelnachfrage aus Asien. In den USA habe der Umstieg auf die Herstellung von Bioethanol dagegen maßgeblich Nahrungsmittel wie Mais verteuert.

Quelle:

http://www.iwr.de/ vom 14.04.08.

Polemische Diskussion zu Biokraftstoffen

Raps hat eine positive Klimabilanz

Verärgert und ohne jedes Verständnis sehen sich die Rapsanbauer und Ölmüller in Deutschland einer undifferenzierten und von wenig Sachverstand geprägten Medienkampagne gegen Biokraftstoffe gegenüber. Trotz der unstrittig nachgewiesenen CO2-Einsparungspotentiale von Rapsölkraftstoff aus Deutschland, werden die daraus erwachsenden Chancen für Umwelt, ländliche Räume und die heimische Wirtschaft nicht ergriffen.

Die aktuellen Verschärfungen der derzeit polemisch geführten Diskussion über Biokraftstoffe in Deutschland hat eine Äußerung ausgerechnet durch den Präsidenten des Umweltbundesamtes Andreas Troge herbeigeführt, der anlässlich der Vorstellung eines Berichtes der Kommission Bodenschutz vor einer Ausweitung des Rapsanbaus zur Erfüllung des Biokraftstoffgesetzes abgeraten hat.

Der  Deutsche Bauernverband (DBV) und die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) haben darauf reagiert und klargestellt, dass eine Ausdehnung der Rapserzeugung in Deutschland über den nachhaltig möglichen Anbau überhaupt nicht zur Debatte steht.

Raps wird in Deutschland nachhaltig angebaut und hat eine positive Klimabilanz. Dies gilt unabhängig davon, ob Nahrungsmittel oder Biokraftstoffe hergestellt werden. Nach einer Studie des Institutes für Energetik und Umwelt Leipzig von 2007 vermindert die Bioenergie - in dem Ausmaß, in dem sie in Deutschland angebaut wird (insgesamt 2 Mio. Hektar) - den CO2 Ausstoß um bis zu 57 Millionen Tonnen. Allein Raps wird zur Bioenergiegewinnung auf 1,1 Millionen Hektar angebaut. mehr

 

Folgen der Biodieselbesteuerung

Differenzierte Berichterstattung im ZDF-Umweltmagazin

Am 27.3.2008 war die Ölmühle von Inge und Volker Schubert in Horschberg/ Pfalz Drehort für einen Fernsehbeitrag, der im Rahmen der Sendung zdf.Umwelt am Sonntag, den 6.4., um 13.15 Uhr bereits ausgestrahlt wurde. Leider wurden der BDOel und Volker Schubert zu spät über den Sendezeitpunkt informiert worden. Es gibt aber die Möglichkeit, das gut vierminütige Video über den Beitrag im Internet unter dem oben stehenden Link anzuschauen. Zum Dreh ebenfalls eingeladen war Gustav Herzog, Bundestagsabgeordneter der SPD. Dieser vertritt die Auffassung, es dürfe keine "Extrawurst" für die kleinen Ölmühlen geben; es sei jedoch zu hoffen, daß die nächste Steuerstufe ausgesetzt würde.

zum Video

 

Rapsölmühle brechen die Kunden weg

Ende der Steuerbefreiung für Pflanzenölkraftstoff wirkt sich aus

 

Volker Schubert, Ölmüller aus dem Rheinland-Pfälzischen Horschbach und BDOel-Mitglied, hat in einem Gespräch mit der Tageszeitung "Die Rheinpfalz" die aktuelle Situation der dezentralen Ölmühlen deutlich gemacht. Dabei hat er auch auf die Widersprüchlichkeit der Politik der Bundesregierung verwiesen, die zum einen den ländlichen Wirtschaftsraum nachhaltig fördern wolle und zum anderen mit der Besteuerung der Biokraftstoffe die Ölmühlen um ihre Konkurrenzfähigkeit bringe. Wegen der Besteuerung von nahezu 10 ct/ l sei der Rapsölkraftstoff  "zu teuer, um Kunden zur Umrüstung ihrer Motoren zu motivieren".

Seine Produktion hat Schubert schon auf 1/5 der möglichen 350.000 l Öl heruntergefahren. Diese Produktion hält er noch aufrecht ".., weil ich Stammkunden mit Blockheizkraftwerken nicht hängen lassen kann". Als Nebenprodukt der Ölproduktion fällt der Rapskuchen, als hochwertiges und gentechnikfreies Eiweißfuttermittel an, den Schubert an Milchviehhalter und Schweinemäster in der Region liefert. Wie lange die Landwirte in der Region noch mit heimischem Eiweißfutter rechnen können, ist ungewiß, da die großen Ölkonzerne nicht in Deuscthland die vorgeschriebene Biokraftstoff-Zumischung einkauften, sondern sich mit billigerem Palmöl, möglicherweise auf Kosten des Regenwaldes, eindeckten.

Lesen Sie den vollständigen Artikel vom 27.03.2008 

Ölmüller wenden sich an Merkel

Im Ergebnis der 4. Ölmüllertage vom 26.-27. Februar in Fulda, haben sich die Teilnehmer der Ölmüllertage unter Federführung des BDOel e.V. in einem Schreiben mit Unterschriftenliste an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewendet. Darin wird der Niedergang der mittelständischen Pflanzenölerzeugung beschrieben. Hauptursache ist das Biokraftstoffquotengesetz von Finanzminister Peer Steinbrück, der, trotz anderslautender Fakten, immer noch eine Überkompensation für Pflanzenölkraftstoff errechnet. Da seitens der anderen beteiligten Ministerien BMU und BMELV zwar grundsätzlicher Zuspruch kommt, aber eine Durchsetzung gegenüber dem BMF offensichtlich nicht gelingt, wenden sich die Ölmüller nun an die Kanzlerin. Hier herrscht noch Hoffnung auf ein Einsehen zugunsten des von ihr auch gelobten Mittelstandes, des Klimaschutzes und der ländlichen Räume.

Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel

4. Ölmüllertage mit vollem Auditorium

vollbesetzter Saal des Hotel Holiday Inn, Fulda

Bis auf den letzten Platz war der große Saal des Hotel Holiday Inn in Fulda besetzt. Die mehr als 120 Teilnehmer folgten den Referaten mit großer Spannung und kritischer Aufmerksamkeit, was auch in den jeweils anschließenden engagierten Diskussionen deutlich wurde. Insbesondere die Energiesteuer und das Biokraftstoffquotengesetz, aber auch die aus der Nachhaltigkeitsverordnung erwachsende neue Bürokratie waren Reizthemen. "Die mittelständische Pflanzenölproduktion steht am Abrund. Wir wissen nicht wie viele der hier Anwesenden im nächsten Jahr noch Ölmüller sein können." so Günter Hell, Vorsitzender des BDOel e.V. Die Energiesteuer hat den Reinkraftstoffmarkt für Rapsöl und Biodiesel zum Erliegen gebracht. Dies bestätigten nicht nur die Vertereter der Pflanzenöl- und Biodieselbranche, sondern auch - aus Sicht des Vertriebs - der Vertreter der freien Tankstellen. Nur eine Aussetzung der Energiesteuer für Biokraftstoffe kann den Reinkraftstoffmarkt für Pflaneznöl und Biodiesel und damit die mittelständische Biokraftstofferzeugung retten. Trotz der schlechten politischen Rahmenbedingungen, gekoppelt mit einer durch weltweit hohe Preise für Ölsaaten gekennzeichneten schlechten Rohstoffbeschaffungssituation, werden die dezentralen Ölmühlen weiter an Qualitätsmanagement und Prozeßoptimierung arbeiten. In der Hoffnung auf bessere politische Rahmenbedingungen haben sich die Teilnehmer der 4. Ölmüllertage in einem offenen Brief an Bundeskanzlerín Angela Merkel gewendet.

Pressemeldung des BDOel e.V.

BDOel aktiv gegen die Steuer

In einem Gespräch mit der Parlamentarischen Staatssekretärin im BMELV, Ursula Heinen, hat der Vorsitzende des BDOel, Günter Hell, deutlich gemacht, dass eine Erhöhung der Beimischquote für Biokraftstoffe ins Leere geht, da eine direkte Beimischung von Pflanzenöl nicht möglich ist. Vielmehr könne nur eine Steuerbefreiung für Biokraftstoffe den Reinkraftstoffmarkt für heimisches Rapsöl retten. Als Reaktion auf eine Pressemeldung der SPD- Bundestagsfraktion wandte sich Hell in dieser Angelegenheit auch an die agrarpolitische Sprecherin der SPD Bundestagsfraktion, Waltraud Wolff. In der Meldung führt Reinhard Schultz, Berichterstatter der AG Finanzen an, mit der Anhebung der Beimischquoten den Biokraftstoffmarkt stabilisieren zu können. Beachtenswert ist bei dem Vorschlag, dass laut Pressemitteilung, Pflanzenölen und Bioethanol aus deutscher Produktion eine echte Chance gegeben werden soll, sich in eine industrielle Biokraftstoff-Strategie einzufädeln. Daraus könnte man lesen, dass der Reinkraftstoffmarkt für mittelständisch-bäuerliche Erzeuger zur Verlängerung der Wertschöpfungskette im ländlichen Raum, nicht unterstützt werden soll.

In einem erläuternden Schreiben an Bundesumweltminister Gabriel machte Hell diesen bereits im Januar darauf aufmerksam, dass die Kennzeichnung steuerbegünstigten Pflanzenölkraftstoffes im Entwurf zur 10. BImSchV nicht mit der Vornorm DIN V 51605 übereinstimmt, da diese sich ausschließlich auf Rapsölkraftstoff bezieht. Es besteht dabei die Gefahr, dass Verbraucher, deren Motorgarantien sich auf die ausschließliche Verwendung von der Vornorm entsprechende Kraftstoffe beziehen, irrtümlich Nicht-Rapsölkraftstoff tanken und damit Ihre Garantie und Versicherungsansprüche verlieren.

Schreiben an PSt Ursula Heinen

Schreiben an Waltraud Wolff, MdB

Schreiben an BM Gabriel

Neues Verfahren zur Ölreinigung

P, Ca und Mg für Pflanzenölkraftstoff bis zur Nachweisgrenze reduzierbar!

 

VWP und Waldland haben im Januar ein Verfahren zur Reinigung von Pflanzenölen zum Patent angemeldet. Mit Hilfe eines Tonminerals sollen Phosphor, Calcium und Magnesium nahezu vollständig aus dem Öl entfernt werden können. Damit würde sich eine neue Möglichkeit bieten, ein dezentral erzeugtes Rapsöl mit bisher ungekannter Reinheit gerade für den motorischen Einsatz herzustellen.

Mit diesem Verfahren sollen dezentrale Ölmühlen in einfacher Weise und mit geringem Kosteneinsatz eine Ölqualität erreichen können, die zukünftigen Anforerungen für alle Dieselmotoren erfüllen können soll. Dieses zum Patent angemeldete Verfahren ist für Interessierte in der Patentanmeldung erläutert.

Aus diesem Anlass hat der BDOel e.V. Herrn Dr. Georg Gruber, VWP eingeladen, an der Podiumsdiskussion im Rahmen der Ölmüllertage vom 26.-27.02.2008  teilzunehmen.

Kontakt:

VWP Deutschland

Fütterungsversuch Rapskuchen

Bundesverband Dezentraler Ölmühlen, Verband Deutscher Ölmühlen und die Südzucker unterstützten Fütterungsversuch der der FAL Braunschweig

 

Im Herbst des Jahres 2006 hat an der FAL Braunschweig ein Fütterungsversuch an Mastschweinen stattgefunden, in dessen Rahmen die Wirkungen von Rapskuchen, Rapsextraktionsschrot, Sojaschrot und Schlempe (ProtiGrain) auf die Mastleistung und Fleischqualität untersucht wurden. Bisher können nur Aussagen über die Mastleistung gemacht werden; die Schlachtkörperbewertungen stehen noch aus und werden in den kommenden Wochen in der Zeitschrift "Veredelungsproduktion" sowie in anderen landwirtschaftlichen Zeitschriften, den Wochenblättern und in wissenschaftlichen Fachpublikationen veröffentlicht. Finanziell und ideell unterstützt wurde der Fütterungsversuch vom Verband Deutscher Ölmühlen, dem BDOel und der Südzucker. Die dezentralen Ölmühlen können diese Ergebnisse sehr gut zur Infromation der Abnehmer von Rapskuchen nutzen. Durch die Streuung der Information wird zugleich eine bessere Wahrnehmung von Raps als wertvollem Rohstoff, nicht nur im Sinne einer umweltfreundlichen Mobilität, sondern auch als Spender von hochwertigem, in der Region erzeugten Eiweißfuttermittel unterstützt.

Ergebnis Fettsäure Analyse 

Ergebnis des Mastversuchs

 

Förderung von Biokraftstofftankstellen jetzt auch für Speditionen

Zuschuss für Eigenverbrauchstankstellen auf Fuhrparks ausgeweitet

 

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) berichtet, dass mit dem Jahr 2008 das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) neben Land- und Forstwirten auch gewerblichen Unternehmen des Verkehrssektors finanzielle Unterstützung bei der Errichtung und Umrüstung von Eigenverbrauchstankstellen für Biokraftstoffe bietet.

Damit hat sich der Kreis der potenziellen Zuwendungsempfänger um eine wichtige Gruppe erweitert. Allein im Jahr 2007 wurden über 1,4 Mio. Tonnen Biodiesel im Nutzfahrzeugsektor eingesetzt. Ob aus Imagegründen oder aus Überzeugung, diese Spediteure leisten mit dem Einsatz von Biosprit einen besonderen Umweltbeitrag. Um dieses Engagement noch stärker zu unterstützen, fördert das BMELV ab sofort die Neuerrichtung von Biokraftstofftankstellen bzw. die Umrüstung bestehender Dieseltankanlagen auf Biodiesel und Pflanzenöl. Es handelt sich um eine einmalige, bis zu 50%-ige Förderung in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses.

Dieser Zuschuss umfasst Investitionen in Tank- und Zapfanlagen, in die Elektrik und in bauliche Maßnahmen.

Genaue Informationen zur Förderrichtlinie und zum Antrag ebenso wie Hilfestellung bei der technischen Realisierung bietet die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), die mit der Durchführung der Fördermaßnahme beauftragt ist, unter www.bio-kraftstoffe.info.

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) e.V. fördert im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) Forschung, Entwicklung und Markteinführung zu nachwachsenden Rohstoffen.

17. Symposium Bioenergie

Kloster Banz, Bad Staffelstein, 20.11.2008 - 21.11.2008

 

Das Ostbayerisches Technologie-Transfer-Institut e.V. - Regensburg (OTTI) veranstaltet vomn 20. - 21.11. 2008 das 17. Symposium Bioenergie in Kloster Banz, Bad Staffelstein.

Themenschwerpunkte werden Festbrennstoffe, Biogas - auch als Kraftstoff  - und Biokraftstoffe sein. Bei Letzteren stehen folgende Themen im Focus:

1. Neue Pflanzen und Anbauverfahren für Biokraftstoffe

2. Innovative Herstellungsverfahren für Biokraftstoffe

3. Normung und Qualitätssicherung

4. Innovative Technik für Motoren

5. Bewertung: Technik – Wirtschaftlichkeit – Ökologie – Recht

Namhafte Experten aus der Praxis vermitteln Ihnen kompetente und aktuelle Informationen.

Die begleitende Fachausstellung informiert über neueste Entwicklungen auf dem Markt.

Die Veranstalter wollen das Symposium auch als Ort und Gelegenheit zur Kontaktaufnahme und zum Erfahrungsaustausch verstanden wissen.

mehr

EU-Richtlinie zur Förderung der Verwendung erneuerbarer Energien

Ende Januar hat die EU-Kommission den Vorschlag für eine Richtlinie zur Förderung erneuerbarer Energien vorgelegt. Dazu wurden nationale Gesamtziele zum Einsatz der erneuerbaren Energien in den Mitgliedsstaaten festegelegt. Auf Basis eines Ist-Wertes von 5,8% in 2005 , soll der Einsatz der "Erneuerbaren" in Deutschland bis 2020 auf 18% gesteigert werden. In Bezug auf Biokraftstoffe soll ein Mindestanteil von 10% am Gesamtkraftstoffmarkt erzielt werden. Damit Biokraftstoffe hierfür angerechnet werden können, müssen sie ein nachgewiesenes CO2-Minderungspotential von 35% aufweisen. Wann diese Richtlinie in Kraft treten wird, kann wegen des zu erwartenden Diskussionsbedarf nicht eingeschätzt werden.

Entwurf der EU-Richtlinie

Neues EU-Klimapaket fordert auch Beitrag der Landwirtschaft

Zu dem Paket zählen ferner ein Richtlinienentwurf zur Förderung von erneuerbaren Energien wie beispielsweise Biokraftstoffen, ein Vorschlag zur Ausweitung des Emissionshandelssystems auf weitere Sektoren und Gase und neue Leitlinien für staatliche Umweltschutzbeihilfen.

Die EU-Kommission hat am Mittwoch ein umfassendes Maßnahmenpaket zum Klimaschutz vorgelegt. Damit will die Kommission die im letzten Jahr beschlossenen Ziele zur Senkung der Treibhausgasemissionen in die Tat umsetzen.

Wie das Agrarnachrichtenmagazin Top Agrar meldet, umfasst das Paket die Einzelmaßnahmen:

- Ausweitung des Emissionshandels,

- neue Vorschriften für die CO2-Abscheidung und –Speicherung sowie

- rechtlich durchsetzbare Ziele für Erneuerbare Energien.

Damit soll der Anteil von 20 % Erneuerbaren Energien am Gesamtverbrauch der EU gerecht auf die einzelnen Mitgliedsstaaten verteilt werden. Heute liegt der Anteil erneuerbarer Energie am Endenergieverbrauch der EU bei 8,5 Prozent. Ein durchschnittlicher Anstieg von 11,5 Prozent ist also nötig, um bis 2020 das Ziel von 20 Prozent zu erreichen. Deutschland soll einen Anteil von 18 % erreichen. Ziel des EU-Pakets sei es, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 EU-weit um 20 % unter das Niveau von 1990 zu senken.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso bezifferte die Kosten hierfür auf rund 60 Mrd. Euro, berichtet das Handelsblatt. Das entspreche etwa 3 Euro pro Bürger und Woche. Die Kosten fürs Nichtstun seien zehnmal höher. Einen hohen Beitrag zum Klimaschutz verlangt das Paket Energiekonzernen und Industrie ab, aber auch der Verkehrs- und Agrarsektor, Haushalte und Gewerbe seien betroffen. Während Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) die Ziele als anspruchsvoll bewertete und begrüßte, nannte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sie dagegen inakzeptabel. Die Kommission schlägt drei Teilziele vor: Industrie und Energiekonzerne, deren CO2-Ausstoß bereits heute durch den Emissionshandel gedeckelt wird, sollen über diesen Mechanismus bis 2020 im Vergleich zu 2005 weitere 21 % der Emissionen einsparen. Dazu wird die Zahl der Emissionsrechte gekürzt, schrittweise bis 2020 sollen sie komplett versteigert werden. Nicht vom Emissionshandel erfasste Sektoren wie Haushalte und Verkehr sollen den Ausstoß bis 2020 EU-weit um 10 % vermindern, in Deutschland sollen es 14 % sein. Die EU-Kommission will erstmals auch dem europäischen Agrarsektor verbindliche Emissionsminderungsziele auferlegen. Bis zum Jahr 2020 soll die EU-Landwirtschaft ihren Ausstoß an Treibhausgasen gegenüber 2005 um 10 % reduzieren soll. Die deutschen Landwirte sollen ihren Ausstoß an klimaschädlichen Gasen in diesem Zeitraum sogar um 14 % verringern. Diese Emissionsminderungsziele könnten darüber hinaus sogar noch höher ausfallen, wenn sich die internationale Staatengemeinschaft auf ein neues Klimaschutzabkommen einigt. Für diesen Fall hat die EU angekündigt, ihren Gesamtausstoß an Treibhausgasen bis 2020 nicht um 20 %, sondern um 30 % zurückzufahren. Neben Kohlendioxid sollen unter anderem auch Methan und Stickoxide von den Minderungszielen erfasst werden, bei denen die Landwirtschaft nach Angaben der Kommission für rund 58 % bzw. knapp 65 % des EU-Gesamtausstoßes verantwortlich ist. Zu dem Paket zählen ferner ein Richtlinienentwurf zur Förderung von erneuerbaren Energien wie beispielsweise Biokraftstoffen, ein Vorschlag zur Ausweitung des Emissionshandelssystems auf weitere Sektoren und Gase und neue Leitlinien für staatliche Umweltschutzbeihilfen. Der Deutsche Bauernverband (DBV) begrüßte die Kommissionsinitiative. Die EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA) sahen in dem Gesetzpaket positive Perspektiven für die Landwirtschaft.

Der Einsatz von Biokraftstoffen in der Landwirtschaft führt auch hier in jedem Fall zu einer Reduzierung des CO2- Ausstosses.

Seehofer: Energiesteuer bedroht dezentrale Biokraftstofferzeugung

Bild BMELV

Einigung mit dem Bundesfinanzministerium auf der Ziellinie

In einer Fragestunde des Verbandes Deutscher Agrarjournalisten bestätigte Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer, dass sein Ministerium mit dem Bundesfinanzministerium über eine Änderung der Biokraftstoffbesteuerung verhandelt. Die Besteuerung von Pflanzenöl, Biodiesel und Bioethanol hätte dabei deutlich negative Auswirkung auf die regionale Wertschöpfung durch dezentrale Produktionsstätten.

Seehofer machte deutlich, dass er die Erhöhung der Wertschöpfung im ländlichen Raum, z.B. durch dezentrale Kraftstoffproduktion für besonders wichtig hält. Die Biokraftstoffquote hält er als Begleitmaßnahme weiterhin für richtig. Allein jedoch diene sie nur der Förderung von Importen! „Ich habe den Eindruck, dass auch dass BMF dies verstanden hat.“ so Seehofer, der eine diesbezügliche Einigung mit dem Finanzressort von Peer Steinbrück „auf der Ziellinie“ sieht.

„Als BDOel e.V. begrüßen wir die Aussagen des Ministers, decken diese sich doch mit den Hinweisen, die der BDOel Staatssekretärin Ursula Heinen im Ergebnis einer Befragung dezentraler Ölmühlen übermittelt hat. Für die dezentralen Ölmühlen ist das ein wichtiges Signal.“ setzt Günter Hell, Vorsitzender des BDOel e.V. erfreut hinzu.

Nun gilt es die Einigung zwischen BMELV und BMF im Sinne der Entwicklung ländlicher Räume und des Klimaschutzes schnell herbeizuführen, da ansonsten die Einstellung der Rapsöl-, Biodiesel- und Ethanolproduktion in vielen bäuerlichen und mittelständischen Produktionsstätten droht.

„Wer verschwindet, kehrt nicht mehr zurück!“ sagte der Minister bezogen auf die Schweineproduktion. Für die dezentralen Ölmühlen gilt das Gleiche.

Bezogen auf den Bereich Biogas stellte Seehofer in Aussicht, dass auch weitere Zusatzstoffe als Kofermente zugelassen werden sollen, ohne dass dabei der NaWaRo-Bonus gefährdet würde. Ob dies auch für Rapspresskuchen gilt, bleibt abzuwarten.

 

Seminar "Grundlagen Futtermittelrecht"

Betreiber von dezentralen Ölmühlen produzieren im Kaltpressverfahren nicht nur Rapsöl als ein hochwertiges Nahrungsmittel ud umweltfreundlichen Treibstoff. Bei der Ölproduktion fällt der Rapskuchen  als Eiweißfuttermittel an. Damit ist der Ölmüller auch Futtermittelhersteller. An der Bundeslehranstalt Burg Warberg/Kreis Helmstedt findet am 24. Januar 2008 ein Seminar zum Thema "Grundlagen im Futtermittelrecht/Nutztier" statt. Informationen zu dieser Veranstaltung entnehmen Sie bitte dem Anhang.  Der BDOel hat für seine Mitglieder die selben Konditionen ausgehandelt, die auch den Mitgliedern der Bundeslehranstalt Burg Warberg zugestanden werden.

mehr

Biokraftstoffplattform stellt Forschungsprioritäten für Europa vor

Offizielle Präsentation des Strategiepapiers am 31. Januar 2008 in Brüssel

Nach Meldung der Fachagentur Nachwachsende Rpohstoffe (FNR) stellt die Europäische Technologieplattform Biokraftstoffe am 31. Januar 2008 im Brüsseler Konferenzzentrum Diamant ihre Forschungsagenda vor. Als Rahmen dient das sogenannte Stakeholder Plenary Meeting, eine von der Plattform organisierte Tagung, zu der neben den aktiven Mitgliedern auch alle Interessierten am Bereich Biokraftstoffe eingeladen sind. Das Programm, das nicht nur Raum für die Vorstellung des Strategiepapiers zu künftigen Forschungsschwerpunkten im Biokraftstoffbereich bietet, sondern auch genug Raum für kritische Stimmen und Diskussionen lässt, ist auf www.biofuelstp.eu zu finden. 10 % Biokraftstoffe im Verkehrsbereich bis 2020 hat der Europäische Rat im März 2007 beschlossen, 25 % bis 2030 hält BIOFRAC für möglich. Welchen Beitrag kann die Forschung zur nachhaltigen Verwirklichung dieser Biokraftstoffziele leisten? Über ein Jahr ist es her, dass sich Vertreter von Industrieunternehmen und Wissenschaft in der Technologieplattform Biokraftstoffe (BiofuelsTP) ein erstes Mal dazu zusammenfanden. Seit dem kam es zu 8 weiteren Sitzungen, zu insgesamt 12 Treffen von 5 verschiedenen Arbeitsgruppen sowie Tausenden von E-Mails und Telefongesprächen, um die Anforderungen an Forschung und Umsetzung von der Gewinnung der Biomasse über die Verarbeitung bis hin zur Fahrzeugnutzung zu diskutieren. Am 31. Januar 2008 wird das Ergebnis dieser Arbeit in Brüssel vorgestellt. Eine spannende Veranstaltung für die rund 300 Teilnehmer ist garantiert. Denn neben Vorträgen hochrangiger Vertreter der Europäischen Kommission, des Europaparlaments sowie Vertretern der Plattform aus der europäischen Industrie und Forschung stehen auch Präsentationen vom World Wildlife Fund (WWF) Europe, der Europäischen Investitionsbank (EIB) und der Internationalen Energieagentur (IEA) auf dem Programm ( <http://www.biofuelstp.eu/> www.biofuelstp.eu). Jose Manual Silva, Generaldirektor der Generaldirektion Forschung der Europäischen Kommission eröffnet die Veranstaltung. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich bis zum 4. Januar 2008 unter <http://www.biofuelstp.eu/forms/plenaryreg.htm> www.biofuelstp.eu/forms/plenaryreg.htm anzumelden.

Einladung zu den 4. Ölmüllertagen vom 26. - 27.02.2008

Information aus Wissenschaft und Praxis für dezentrale Ölmühlen

 

Der Bundesverband Dezentraler Ölmühlen (BDOel) lädt zum 4. Mal zu den traditionellen Ölmüllertagen vom 26. bis 27. Februar 2008 in das Hotel Holiday Inn nach Fulda ein.

Die dezentralen Ölmühlen sind durch die ab 1. Januar 2008 beginnende Besteuerung von Pflanzenöl als Kraftstoff massiv bedroht. 

Unter diesem Eindruck möchte der BDOel, der die Ölmüllertage wieder in Kooperation mit der UFOP und dem Bundesverband der Maschinenringe durchführt, die vielfältigen Aspekte der dezentralen Pflanzenölproduktion von herausragenden Referenten beleuchten lassen und sie anschließend zur Diskussion stellen. „Ich denke, es ist uns wieder gelungen, ein interessantes und spannendes Programm zusammenzustellen. Märkte für Ölsaaten, Speiseöl, Kraftstoff, Futtermittel, Qualitätssicherung, politische Rahmenbedingungen und die Nachhaltigkeitskriterien für die Produktion von Rapsöl sowie Steuer- und Rechtsfragen werden dort aktiv diskutiert werden. Dabei möchten wir auch die Diskussion mit den Referenten aus Behörden und Organisationen fördern, die teilweise maßgeblich Einfluss auf die Rahmenbedingungen unserer Ölmühlen nehmen können.“ so Günter Hell, Vorsitzender des BDOel. Nicht zu kurz kommen darf natürlich auch der aktive Austausch untereinander, zu dem im besonderen Maße der traditionelle Ölmüllerabend beiträgt. 

Alle Veranstaltungen in diesen zwei Tagen finden im Hotel Holiday Inn statt. Der BDOel hat hierzu ein Zimmerkontingent bis zum 20.01.2008 reserviert. Für seine Mitglieder sowie für die Mitglieder von UFOP und Maschinenringen bietet der BDOel Sonderkonditionen an. Ein „Frühbucherrabatt“, bei Anmeldung bis zum 31.12.2007 und Überweisung der Tagungsgebühr bis 15.01.2008, verbessert die Konditionen für Schnellentschlossen

mehr

EU-Vorgaben für Biokraftstoffe

11. Dezember 2007

Im Jahr 2012 soll der Anteil an Biokraftstoffen in den EU-Mitgliedstaaten 6,5 Prozent betragen.

Diesen Zwischenschritt plant die EU-Kommission, die Ende Januar 2008 eine Richtlinie für erneuerbare Energien vorlegen möchte. Einzelheiten eines Entwurfs der Generaldirektion für Energie wurden inzwischen bekannt. Bei den 6,5 Prozent in 2012 und den 10 Prozent in 2020 handelt es sich um verpflichtende Werte, im Gegensatz zu einer bestehenden Empfehlung, die für 2010 einen Anteil von 5,75 Prozent vorsieht. Es sollen nur nachhaltige Biokraftstoffe gezählt werden, deren Rohstoffe zum Beispiel nicht auf Rodungsflächen angebaut wurden. Außerdem sollen die Kraftstoffe nach ihren klimaschonenden Wirkungen gewichtet werden. Kraftstoffe der 2. Generation zählen deutlich mehr als bisherige Biotreibstoffe. Schließlich möchte die Kommission einen Standard für B-10 Kraftstoffe festlegen. Die bisherige Dieselnorm sieht nur einen Anteil von höchstens 5 Prozent Biodiesel vor.

Hell stellt Grundlagen für Qualitätsverbund Pflanzenöl vor

Im Rahmen des Workshops "Qualitätssicherung bei der dezentralen Erzeugung von Rapsöl zur Nutzung als Kraftstoff" der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) am 11.12.2007 in Berlin, stellte Günter Hell, Vorsitzender des BDOel, die vom Verband erarbeiteten Grundlagen für einen Qualitätsverbund Pflanzenöl vor.

Ziel sei es, möglichst umgehend ein einheitliches Qualitätsmanagementsystem für die dezentralen Ölmühlen zu entwickeln, dessen Bestandteil auch entsprechende Weiterbildungsmöglichkeiten für die Ölmüller sein müssten.

Ein solches QM-System sollte zentral aufgebaut und gepflegt werden können. Auch die Überwachung der Beprobung und die Datenzusammenfassung und -auswertung könne zentral erfolgen, so dass eine Beratung der Ölmüller vor Ort u.a. zur Prozeßoptimierung durchgeführt werden kann. Darüber hinaus ließe sich der Dokumentationsaufwand bei erforderlicher Zertifizierung auf ein Minimum reduzieren. Im Ergebnis stellt Hell fest, "dass es letztendlich darum geht, allen dezentralen Ölmühlen ein Werkzeug an die Hand zu geben, um die Produktion qualitativ hochwertigen Pflanzenölkraftstoffes zu unterstützen und nachweisbar zu machen sowie einen optmierten Herstellungsprozeß zu ermöglichen. Aufbauend auf die bereits bestehenden gesetzlichen Anforderungen für die Produktion von Speiseöl und Futtermittel soll der Qualitätsverbund das Kraftstoffsegment integrieren und ein einheitliches Qualitätsmanagementsystem bilden"

zum Vortrag

 

 

Energiesteuer für heimisches Pflanzenöl gefährdet Entwicklung im ländlichen Raum

Ölmühlen im ländlichen Raum wirtschaftlich massiv bedroht

Wenn die 2. Stufe der Biokraftstoffbesteuerung mit einem Steuersatz von 9 Cent pro Liter Pflanzenöl am 1. Januar 2008 eintritt, befürchten über 40% der befragten Ölmüller die Produktion von umweltfreundlichem Pflanzenölkraftstoff aus heimischer Rapssaat vorübergehend oder dauerhaft einstellen zu müssen. Die übrigen Ölmühlen wollen die Produktion auf weniger als ein Drittel des heutigen Niveaus drosseln.

Dies ist das Ergebnis einer Umfrage, die der BDOel unter seinen Mitgliedern durchgeführt hat. An der Umfrage haben 70% des BDOel-Mitglieder teilgenommen, was deutlich macht, wie ernst die Situation ist. Die derzeit  bekannten ca. 600 dezentralen Ölmühlen haben ein geschätzte Verarbeitungskapazität von ca.1,4 Mio. t Rapssaat, was in etwa einem Viertel der deutschen Ernte entspricht. Bezieht man den vor- und nachgelagerten Bereich mit ein, wird die Zahl der damit im Zusammenhang stehenden Arbeitsplätze insgesamt auf 15.-20.000 geschätzt.

Eine Ausweitung der Nutzung von in Deutschland produziertem Rapsölkraftstoff, die neben einer Stärkung des ländlichen Raums u.a. eine Reduzierung von Treibhausgasen bewirkt, ist unter diesen Voraussetzungen also nicht zu erwarten.  Lediglich momentan läuft der Verkauf des Rapsölkraftstoffes gut, da die vorhandenen Nutzer ihre Lager vor Beginn der Besteuerung füllen und der Preis für Mineraldiesel hoch ist. „Abschließend zeigt sich, weniger Investitionen, weniger Arbeitsplätze, weniger Möglichkeiten für Wertschöpfung und Diversifizierung für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum.“ stellt Hell heraus. In einem weiteren Schreiben an die Parlamentarische Staatssekretärin im BMELV, Ursula Heinen, fordert er das BMELV auf, diese „für den ländlichen Raum abträgliche Entwicklung aufzuhalten und wieder umzukehren.“Der BDOel fordert die Aussetzung der nächsten Steuerstufe und die kurzfristige Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen für die dezentrale Ölproduktion für die nächsten 10 Jahre. zur Pressemeldung

BDOel-Vorsitzender Hell trifft Agrarstaatssekretärin Heinen

Am 27.11.2007 trafen die Spitzen von UFOP, BBE, VDB und BDOel am Rande des internationalen BBE/ UFOP-Fachkongresses „Kraftstoffe der Zukunft“ mit der Parlamentarischen Staatssekretärin im BMELV, Ursula Heinen, zusammen. Günter Hell, Vorsitzender des BDOel machte gegenüber Frau Heinen deutlich, dass die dezentralen Ölmühlen, trotz ihrer Bedeutung für die Wertschöpfung und Arbeitsplätze im ländlichen Raum, für den Klimaschutz und die Versorgungssicherheit bei den Überlegungen zur Biokraftstoffbesteuerung nicht hinreichend berücksichtigt wurden. Seine Forderungen: Aussetzung der nächsten Stufe der Biokraftstoffbesteuerung und kurzfristige Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen unter Beteiligung betroffenen Verbände. mehr

 

 

Qualitätsmanagement für Rapsölkraftstoff

Qualitätsmanagement bei der Herstellung von Rapsölkraftstoff - Das Technologie- und Förderzentrum Straubing veröffentlicht EDV-gestützten Maßnahmenkatalog

 

Für einen zuverlässigen Betrieb pflanzenöltauglicher Motoren und für die Erlangung von Steuerbegünstigungen nach dem Energiesteuergesetz ist es zwingend erforderlich, dass Rapsölkraftstoff die Anforderungen der Vornorm DIN V 51605 erfüllt. In Untersuchungen wurde aber festgestellt, dass die Kraftstoffqualitäten in der Praxis sehr starken Schwankungen unterliegen. Ein Qualitätsmanagement bei der Produktion von Rapsölkraftstoff in dezentralen Anlagen könnte zur Erhöhung der Produktqualität beitragen. Deshalb erarbeitete das Technologie- und Förderzentrum (TFZ) in Straubing mit finanzieller Unterstützung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) einen EDV-gestützten Maßnahmenkatalog auf Basis von Microsoft® Excel zur Unterstützung eines Qualitätsmanagements in dezentralen Ölmühlen.

Diese EDV-Anwendung ist eine praxisgerechte Hilfestellung für die Betreiber dezentraler Ölmühlen zur Erzeugung von Rapsölkraftstoff nach der Vornorm DIN V 51605. Bekannte Fehlerquellen im Produktionsablauf, wie sie von der Ernte bis zur Lagerung der erzeugten Produkte auftreten können, sollen systematisch beleuchtet und eine potentielle Qualitätsminderung der erzeugten Produkte ausgeschlossen werden. Mit dem Maßnahmenkatalog kann ein betriebliches Qualitätssicherungssystems mit lückenloser Dokumentation der Bereitstellungsprozesse, inklusive betrieblicher Zukäufe aufgebaut werden. weiterlesen

Checkliste Qualitätssicherung

Rapsölabgas weniger mutagen als Dieselabgas

 

Pressemeldung des TFZ Straubing vom 18.10.2007

Die Partikelemissionen beim Einsatz von normgerechtem Rapsölkraftstoff in pflanzenöltauglichen Motoren wirken weniger mutagen und kanzerogen im Vergleich zu Dieselkraftstoff. Meldungen, wonach das krebserregende Potenzial von Rapsölkraftstoffemissionen generell um ein Vielfaches höher sei als von Dieselkraftstoffemissionen, konnten in einer aktuellen Untersuchung des Technologie- und Förderzentrums (TFZ), Straubing und des bifa Umweltinstituts in Augsburg widerlegt werden. weiterlesen

Qualitätsmanagement in dezentralen Ölmühlen

Was die qualitätsorientierte Produktion betrifft, werden von den Ölmühlen immer noch viele Aspekte übersehen. Der BDOel e.V. ist derzeit dabei, ein Konzept für die Einführung eines einheitlichen Qualitätsmanagementsystems für seine Mitglieder zu entwerfen. mehr

DGF-Rapsöl-Medaille

Um das Vertrauen der Konsumenten in das Produkt „natives Raps-Speiseöl“ zu stärken und zur Transparenz auf dem Markt beizutragen, verleiht die Deutsche Gesellschaft für Fettwissenschaft in Zusammenarbeit mit dem Institut für Lipidforschung der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel eine Auszeichnung für sensorisch einwandfreie native Raps-Speiseöle in Form einer DGF-Rapsöl-Medaille.

Weitere Informationen über Teilnahmebedingungen finden Sie hier.

BDOel-Mitglieder erhalten bei der ANmeldung 10% Rabatt.

Fachgespräch mit MEO Consulting Team in Berlin am 3.8.2007

Die Firma "meo Consulting Team" hat vom Bundesministerium für Verbraucherschutz (BMVEL) den Auftrag, die Zuarbeiten zum gesetzlich festgelegten Biokraftstoffbericht und zur Unterkompensationsrechnung in seiner Endfassung vorzulegen, damit das Bundesfinanzministerium (BMF) aussagefähige Daten für den Biokraftstoffbericht hat.Um eine optimale und direkte wirtschaftliche Markttransparenz zu erreichenhat der BBK Bundesverband Biogene und Regenerative Kraft- undTreibstoffe e.V. der Firma "meo Consulting Team", Herrn Dr. Norbert Schmitz,angeboten, direkt mit den betroffenen BBK-Mittelstands-Unternehmen derBiodieselbranche zu sprechen. Während dieses Gesprächs, das am 3. August in Berlin stattgefunden hat, konnten Vertreter der Biodiesel- und Pflanzenölbranche die Möglichkeit, ihre persönliche Betroffenheit durch die Biokraftstoffbesteuerung in Einzelgesprächen darzustellen und anhand von konkreten, aussagefähigen Kenndaten aus der Produktion zu belegen. Der BDOel wurde zu dieser Gelegenheit durch das BDOel-Mitglied Bernd Keeschulte von der Firma KLeeschulte Agrar, Büren, vertreten.

 

 

Günter Hell schildert dem Ministerpräsidenten des Saarlandes, Peter Müller (CDU) die bedrohliche Situation der dezentralen Ölmühlen

Am 17. Juli hat der Vorsitzende des BDOel e.V., Günter Hell, dem Ministerpräsidenten des Saarlandes, Peter Müller (CDU)und dem saarländischen Umweltminister, Stefan Mörsdorf (CDU) in einem persönlichen Gespräch auf dem Wendelinushof in St. Wendel die bedrohliche Situation der dezentralen Ölmühlen angesichts der neuen Biokraftstoffbesteuerung geschildert und Peter Müller ein Schreiben des BDOel e.V. mit der Bitte um Weiterleitung an des Präsidium der Bundes-CDU überreicht. Während des Gespräch stellten die beiden saarländischen Politiker die Überprüfung der Biokraftstoffbesteuerung nach der Sommerpause in Aussicht; man wolle jedoch erst das Erscheinen des Biokraftstoffberichts der Bundesregierung im September abwarten, so Peter Müller. In dem Schreiben des BDOel e.V. werden die Passagen der EU-Biokraftstoffrichtlinie aus dem Jahr 2006 zitiert, die die Förderung der Biokraftstoffe in den EU-Staaten festsetzen; weiterhin werden in dem Schreiben und die Verstöße gegen die EU-Vorgaben angesichts des geltenden Rechts in Deutschland dargestellt. Gefordert wird in dem Schreiben u. a. die Unterkompensationsfeststellung, die Förderung der Biokraftstoffe durch Aussetzen der Besteuerung und durch staatliche Förderung von Beratungskosten bei der Einführung eines einheitlichen Qualitätsmanagementsystems und die Weiterführung der Biokraftstoffberatung für die Landwirtschaft auch nach Ende 2008. Das komplette Schreiben ist im Mitgliederbereich in der Rubrik „Stellungnahmen“ zu finden.

Besteuerung von Biokraftstoffen: Vertrauensbruch als Zermürbungstaktik?

(24.4.07) Die verheerenden Wirkungen der Besteuerung von Biokraftstoffen auf die Branche, aber auch den Widerspruch zwischen den Klimazielen der Bundesregierung und der existenzgefährdenden Besteuerung klimaschonender Kraftstoffe stellt ein im April 2007 herausgegebenes Positionspapier des Bundesverbands Dezentraler Ölmühlen e.V. (BDOel) dar.

Neues Jahr birgt Kosten und Verunsicherung für Hersteller von Pflanzenölkraftstoff

(10.01.2007) Die neuen Energiesteuergesetze stellen eine erhebliche Belastung für dezentrale Ölmühlen dar. Der Bundesverband Dezentraler Ölmühlen (BDOel e.V.) weist daher in einem Schreiben zum Jahresende 2006 an die Bundesminister Horst Seehofer und Peer Steinbrück nachdrücklich auf die Gründe für die Unmöglichkeit der Einhaltung der neuen Gesetzesvorgaben zum jetzigen Zeitpunkt hin.

Arbeitsbereiche des BDOel e.V.: Kasten anklicken

Der Bundesverband Dezentraler Ölmühlen

 

- wurde 2005 gegründet

- vertritt die Interessen der dezentralen Ölmühlen:

  • Kleinstanlagen und größere Unternehmen
  • Erzeuger von Speiseölen, Kraftstoffen und Rapskuchen
  • konventionell und nach Öko-Richtlinien wirtschaftende Betriebe

- bezieht Position im Gespräch mit Politik,Wirtschaft und Partnerorganisationen

- engagiert sich für Markterschließung, Qualitätsmanagement und Fortbildung

Die 70 Mitglieder des BDOel verfügen derzeit zusammen über rund 500.000 Tonnen Verarbeitungskapazität.

Weiterlesen

Projekte